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Neue, noch massivere Baupläne für die Herdermer Pferdewiese

Lange war es ruhig geblieben um die sogenannte Pferdewiese in Herdern. Manche hatten nach dem Scheitern des Staufener Bauträgers schon gehofft, dass die Stiftungsverwaltung diese letzte frei gebliebene Wiese am unteren Rand der Sonnhalde der Allgemeinheit erhalten würde. Doch nun hat sich die städtische Eigentümerin ihrer Verantwortung entzogen. Da sie das Grundstück satzungsgemäß nicht direkt verkaufen durfte, hat sie auf dem Umweg über einen Grundstückstausch einem Bauträger ein nicht durch Erbpacht eingeschränktes Eigentum verschafft.

Im Oktober/November 2015 hat die Treubau Freiburg AG das Grundstück „Sonnhalde 21“ von der Stiftungsverwaltung übernommen. Die potentielle Käufer abschreckende Erbpacht wurde von der Pferdewiese auf eine andere Immobilie in Betzenhausen (Tränkematte) übertragen. Vom Bauträger Staufener Bau & Boden (S.bb) erwarb die Treubau Freiburg AG außerdem die im Jahr 2011 erteilte Baugenehmigung für die Sonnhalde 21. In dieser ist eindeutig und detailliert im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages definiert, dass bei einer möglichen Bebauung vier Häuser mit insgesamt neun Wohnungen errichtet werden können.

Nun wirbt die neue Eigentümerin sogleich mit einem neuen, stark erweiterten Konzept. Die Rede ist jetzt von drei Mehrfamilienhäusern mit je drei bzw. vier Wohnungen die. Alternativ wird auch  von  sechs Doppelhaushälften gesprochen. Außerdem wird noch ein Grundstück für ein Einfamilienhaus abgetrennt. Eine solche Planung würde über die im Jahr 2011 genehmigten Pläne der S.bb weit hinausgehen. Es stellt sich die Frage, ob nicht auch die Treubau als Rechtsnachfolgerin der S.bb an die noch gültige Baugenehmigung gebunden ist.

Die diesbezügliche Anfrage einer Gemeinderatsfraktion wurde im November 2015 von der Bauverwaltung lapidar mit dem Hinweis auf ein Baurecht mit Anpassung an die Nachbarbebauung ($34 BauGB) beantwortet. Dies verheißt nichts Gutes!

Nach wie vor gibt es erheblichen Widerstand aus der Freiburger Bevölkerung und dem Bürgerverein Herdern gegen die Bebauung des letzten freien Teilstücks der Sonnhalde. Frühzeitig hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich mit breiter Unterstützung aus ganz Freiburg gegen die Bebauung gewehrt hat. Über 5000 Unterschriften wurden gesammelt.

Es handelt sich um ein jahrhunderte altes Kleinod, das auch seit der Erschließung der Höhenstraßen in den 30er Jahren zur Erholung und Durchlüftung der tiefer gelegenen Wohngebiete freigehalten wurde. Die Stadt selbst ist bis kurz vor ihrer plötzlichen und unerklärlichen Kehrtwende im Jahr 2011 stets von einer schützenswerten Lage im Außenbereich ausgegangen (§35 BauGB). Jahrzehntelang wurden alle Begehrlichkeiten diverser Bauträger zurückgewiesen. Die Staufener Bau & Boden hat es schließlich mit juristischem Druck unter Verweis auf 1991 auf unklarem Weg erhaltene Bauoptionen und ominöse „Baufluchtenpläne“ aus dem Jahr 1934 erreicht, das Baurecht zu erzwingen. Allerdings musste sie nach  vier Jahren aufgeben, da die hochpreisigen Wohnungen plus Erbpacht nicht zu verkaufen waren. Nun hat die Treubau AG die Aussicht, ohne Erbpacht und nach neuer Sondierung des Marktes, dort noch größer und dichter bauen zu können.

Noch ist der erste Spatenstich nicht getan. Die Hoffnung, selbst in Zeiten des Bauens auf Teufel komm raus, dieses bei Alt und Jung beliebte Naherholungsgebiet zu erhalten, bleibt.

Die Pferdewiese als Negativ-Beispiel für zügellose Nachverdichtung

Einem beliebten Naherholungsgebiet für Spaziergänger aus Freiburg und Umgebung droht das Aus. Aufgrund zweifelhafter Verträge sollen die Wiesen an der Sonnhalde zur Bebauung durch einen auswärtigen Bauträger freigegeben werden. Bürger aus Herdern und ganz Freiburg setzen sich energisch für den Erhalt dieses einzigartigen Ensembles aus Wiesen, Gutshof und unverbautem Blick auf Kaiserstuhl und Vogesen ein. In verschiedenen Aktionen wurden schon über 3000 Protestunterschriften gesammelt. (siehe auch bei Unterstützer). Der Bürgerverein Herdern hat sich entschieden gegen die Bebauung ausgesprochen (s. bei Dokumente/Downloads). Im Stadtteilentwicklungs-Konzept (STEK) wird 2010 der Erhalt dieses Postkartenpanoramas gefordert, mit dem Freiburg weltweit wirbt.


Aktions-Tag "Winterpicknick" am 11.12.2011 auf der Pferdewiese (Foto: Uto R. Bonde, Freiburg)

Noch im Herbst 2010 hatte das Freiburger Bauamt eine Voranfrage der Staufener Bau & Boden (S.b.b) abgelehnt. Inzwischen sei aber ein sogen. "Baufluchtenplan" von 1934 (!) aufgetaucht, der wider Erwarten noch gültig sei. Dies zusammen mit einer obskuren "Bauoption", die der Investor bereits 1991 erhalten habe, zwinge die Stadt nun dem Baugesuch stattzugeben, weil sonst Schadenersatz drohe. Dass der Baufluchtenplan, in dem Häuser eingezeichnet sind, die erst viel später gebaut worden sind, wahrscheinlich eine Fälschung ist wird ebenso verschwiegen wie die Tatsache, dass die Stadt Freiburg, wie jede Gemeinde, gegen Schadenersatz versichert ist, wäre sie doch sonst immer leicht erpressbar.

Dieses Verfahren strotzt von Ungereimtheiten und unglaublichen Winkelzügen. So hebt z.B. die Stadtverwaltung bereits 2006 den Landschaftsschutz ohne Not auf. Demnächst werden wohl die Gerichte und der Petitionsausschuss des Landtages Licht in das Gestrüpp von Abmachungen, Versprechungen und Nachlässigkeiten bringen und die Rechtmäßigkeit einer Bebauung überprüfen müssen. Den Bauträger S.b.b scheint dies ebenso wenig zu verdrießen wie der energisch vorgetragene Bürgerunmut. Er sieht offenbar allein seinen Profit und hat schon die Vermessungspflöcke für vier Mehrfamilienhäuser einrammen lassen.

Nun hat leider auch das Verwaltungsgericht in seinem Urteil vom 3. Mai 2013 die Klage
der Anwohner gegen die Bebauung der Pferdewiese abgelehnt (siehe unter "Aktuelle News" und siehe unter "Presse/Medien" die Presseerklärung vom 20.06.2013).

 

Postkartenpanorama Pferdewiese

Naherholungsgebiet für Mensch und Tier

Die Initiative für die Pferdewiese war nur der Anfang -
Es um den Erhalt des Freiburger Stadtbildes insgesamt!


Die in Baden-Württemberg neuerdings gestärkte Bürgerbeteiligung ermöglicht uns, Alternativen zu weiteren zerstörerischen Vorhaben zu erarbeiten. Wir brauchen ein Forum, auf dem am Runden Tisch nach intelligenten und kreativen Lösungen gesucht wird. Inzwischen hat die sehr sinnvolle Leitidee "Innenentwicklung statt Flächenverbrauch" nach hoffnungsvollen Anfängen z. B im Vauban in allen Stadtteilen zu problematischen Auswüchsen geführt. In ganz Freiburg sind Schwärme von Spekulanten auf der Suche nach sog. "Baulücken", deren Verwertung ohne Rücksicht auf Natur, Stadtbild oder Klima gegen die Interessen der Bevölkerung hohe Gewinne verspricht.

Die Pferdewiesen sind nur ein besonders groteskes Bespiel, wo die "Green City" von Bauträgern vorgeführt und gezwungen werden soll, ihr Vorzeigepanorama und wichtiges Naherholungsgebiet zuzubauen. Dass sich das Areal sogar im Besitz der städtischen Stiftungsverwaltung befindet, ist das Tüpfelchen auf dem i.

Wir rufen auf zum Innehalten, zum Nachdenken über Wege der Innenentwicklung, die den besonderen Ansprüchen unserer Stadt und den Interessen ihrer Bürger gerecht werden. Lassen Sie uns gemeinsam nach neuen Möglichkeiten suchen. Bis dahin sollte ein Moratorium für alle umstrittenen Bauprojekte gewährt werden. Dieses sollte eigentlich für die Stadt Freiburg durchsetzbar sein, auch mit Hilfe der Gerichte. Die Stadt und ihre Bürger und nicht die Bauträger sollten wieder die Form und Richtung der Stadtentwicklung bestimmen.


Aktions-Tag "Winterpicknick" am 11.12.2011 auf der Pferdewiese (Foto: Uto R. Bonde)

Machen Sie mit und unterstützen Sie uns!

Schreiben Sie uns eine E-Mail (pferdewiese-freiburg@gmx.de) und unterstützen Sie uns im Kampf um den Erhalt des Freiburger Stadtbildes. Sie finden uns auch bei Facebook! unter dem Titel "Für den Erhalt der Pferdewiese in Herdern"

© Copyright auf alle Texte und Bilder:
Bürgerinitialtive für den Erhalt der
Pferdewiese in Herdern (s. Impressum)

Unsere E-Mail:
pferdewiese-freiburg@gmx.de